Wie Familienunternehmen Generationen überdauern

11. Mai 2026

Deutlich längere Vorausplanung erforderlich

Familienunternehmen erfordern grundsätzlich viel längere Planungszyklen als andere Unternehmen. Wenn man beispielsweise die Nachfolge in einem Familienunternehmen erfolgreich umsetzen möchte, sollte man mindestens zehn Jahre vorausdenken.

 

Aktive Kommunikation und kontinuierlicher Dialog sind wichtig.

Es ist wichtig, dass es eine aktive und regelmässige Kommunikation und einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Familienmitgliedern gibt, seien sie Aktionäre oder Mitarbeitende im Unternehmen oder weder noch.

Die Kommunikation unter den Familienmitgliedern sollte aktiv gefördert werden. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass heikle Themen automatisch angesprochen werden. Wenn die Dinge erst einmal eskalieren, ist es meist sehr schwierig, eine vernünftige Lösung zu finden.

 

Courtoisie und Umgangsformen

Gute Umgangsformen, Freundlichkeit und Diplomatie leisten einen sehr wichtigen Beitrag zum guten Umgang in der Familie und im Familienunternehmen. Sie sollten nicht unterschätzt werden.

 

Bitte das Vorhersehbare vorhersehen!

Vorhersehbare Herausforderungen, Probleme und Krisen sollten antizipiert werden. Es gilt, bereits vor Eintritt dieser Situationen über Lösungsansätze, Lösungswege und Lösungen nachzudenken.

 

Krisen nutzen!

Nutzen Sie Krisen, um das Unternehmen, die Familienbeziehungen und die Familienmitglieder weiterzuentwickeln und es so auf die nächste Ebene zu bringen – sowohl im Umgang miteinander als auch strategisch.

 

Vorsicht, zerbrechlich!

Aufgrund ihrer komplexen und vielschichtigen Struktur sind Familienunternehmen prekäre Gebilde. Oft wird unterschätzt, wie leicht dysfunktionales Verhalten das Unternehmen in eine Schieflage bringen kann.

Erforderlich ist treuhänderisches Denken und Handeln über Generationen hinweg.
Eine sehr hilfreiche Haltung für die Führung von Familienunternehmen ist, sich nicht als EigentümerIn des Unternehmens zu sehen, auch wenn man rechtlich die Aktien daran hält, sondern als Treuhänder:in, dem das Unternehmen lediglich für eine gewisse Zeit anvertraut ist. Die zentrale Aufgabe dieser Person ist es, das Unternehmen zu erhalten und auszubauen, damit es an die nächste Generation (und dann viele weitere Generationen) weitergegeben werden kann.

Wer nicht so denkt, sondern nur die eigenen Ziele und Interessen verfolgt und nicht über den Tellerrand hinausschaut, wird das Familienunternehmen schnell zugrunde richten. Denn diese Haltung beeinflusst auch die nächsten Generationen negativ, selbst wenn sie nicht ausgesprochen wird, und demotiviert sie, sich für das grosse Ganze einzubringen.

 

Fazit

Kernelemente für die erfolgreiche Führung von Familienunternehmen sind:
1. langfristige Vorausplanung
2. proaktive Kommunikation und kontinuierlicher Dialog
3. Courtoisie und Umgangsformen – Demut
4. Vorhersehbares vorhersehen.
5. Krisen zur Weiterentwicklung nutzen.
6. Vorsicht und behutsames Handeln
7. Treuhänderisches Denken und Handeln über Generationen hinweg

 

Beitrag von Rolf Brunner, Senior Partner bei der Continuum AG